Heizkraft
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Oberrosphe. Das weiße Betongebäude mit dem rauchenden Schornstein und den Holzhaufen davor ist der Stolz der mehr als 1200 Jahre alten Gemeinde in Nordhessen. Oberrosphe bei Marburg ist ein Bioenergiedorf - eines von bundesweit nur 25. Mit dem Biomasse-Heizwerk hat das 850-Seelen-Dorf einen Beitrag zum Klimaschutz gebracht, der weit über die aktuellen Ziele der Bundesregierung hinaus geht: Der Kohlendioxidausstoß des Dorfes wurde innerhalb von zwei Jahren fast halbiert.
Wenn in der Oberrospher Kneipe über den Weltklimagipfel diskutiert wird, kann niemand das magere Ergebnis verstehen. "Wir sind doch nur ein kleines Beispiel", sagt der Vorsitzende der Genossenschaft Bioenergiedorf Oberrosphe, Hans-Jochen Henkel: "Das müsste viel mehr vorangetrieben werden."
Dabei war Oberrosphe bis vor drei Jahren keineswegs ein besonders "grünes" Dorf. Biobauern gibt es keine. Natürlich fahren die Dörfler mit dem Auto zu ihren Arbeitsstellen. Immerhin konnten sie Grundschule, Kindergarten, Lebensmittelladen und eine Gaststätte im Dorf halten. Größte Attraktion ist der alte Forsthof, der zu einem beliebten Heimatmuseum ausgebaut wurde.

Doch ihr Gemeinschaftssinn ist stärker ausgeprägt als anderswo, erzählt der langjährige Pfarrer, Bernd Arlt: "Ich habe noch nie ein Dorf kennengelernt, das so zusammenhält." Auch die politischen Sympathien seien in dem kleinen Ort ungewöhnlich verteilt. Die Linken bekämen bei den Wahlen fast ebenso viele Stimmen wie die CDU, erzählt der Theologe: "Das sind kritische Geister hier." Deshalb rannte der Pfarrer offene Türen ein, als er dem Ortsvorsteher vor drei Jahren seine Idee für die Bewahrung der Schöpfung vortrug: eine Gemeinschaftsanlage für Hackschnitzel.

Bioenergiedorf nannte das damals noch keiner, doch die Dörfler waren begeistert. Ihr größtes Motiv: "Wir wollen uns autark machen und etwas Eigenes aufbauen", erklärt Vorsitzender Henkel. Sie gründeten vier Arbeitsgruppen und organisierten Ausflüge zum ersten deutschen Bioenergiedorf Jühnde bei Göttingen. Nach einer Machbarkeitsstudie wurde klar, dass sich das Projekt lohnen würde, sobald 130 Haushalte mitmachen.

120 - und damit die Hälfte des Dorfes - gewannen die Aktivisten in Info-Veranstaltungen und beim Gespräch über den Gartenzaun. 6000 bis 10.000 Euro musste jeder Haushalt investieren, um die Umbauarbeiten zu finanzieren. Ein halbes Jahr lang war der Ort eine einzige Baustelle. Sieben Kilometer Rohrleitungen wurden verlegt, davon zwei Kilometer in Eigenleistung. In den Häusern wurden die alten Brenner rausgeschmissen und Wärmetauscher eingebaut.

Im Oktober 2008 konnten die Oberrospher ihr Heizwerk einweihen.
Und seitdem hat niemand auch nur einen einzigen Tag gefroren. Günstig angekaufte Resthölzer aus der Sägeindustrie und übrig gebliebenes Kronenholz aus dem Forst werden in dem Betongebäude mit dem großen Lager verfeuert.

Dadurch wird Wasser erhitzt und über das Nahwärmenetz in die Häuser gepumpt. 300.000 Liter Heizöl und 900 Tonnen Kohlendioxid spart Oberrosphe nun jedes Jahr: "Damit erfüllen wir schon heute die CO2-Ziele, die die Bundesregierung für 2040 ausgegeben hat", sagt Henkel: "Hier hinterlassen wir unseren Kindern und Enkelkindern keine verbrannte Erde." Seit das Heizwerk läuft, sind auch die Kritiker still geworden.

Sie hatten den Initiatoren vorgeworfen, das Dorf in den Ruin zu treiben. Doch die Heizkosten der Mitglieder sind nicht gestiegen.

Bereits das erste Jahr wurde mit einer schwarzen Null abgeschlossen.
Henkel geht davon aus, dass sich die Anlage bereits in ein bis zwei Jahren rechnet. Das funktioniert aber nur, weil das Heizwerk ehrenamtlich betrieben wird.

Nur für das Kleinmachen des Holzes engagiert das Dorf Lohnhacker.
Drei Jugendliche schaufeln die Hackschnitzel in den Vorratsbehälter.
Beaufsichtigt wird das Heizwerk durch ein Team von acht Rentnern und Vorruheständlern aus dem Dorf, die täglich darauf achten, dass die Hackschnitzel optimal verbrannt werden. "Personalkosten können wir uns nicht leisten", sagt Henkel.

In zwei Jahren wollen die Oberrospher auch beim Strom unabhängig von den Energieriesen werden. Auf vielen Dächern gibt es bereits Photovoltaik-Anlagen. Gemeinsam mit Landwirten planen sie eine Biogasanlage, die über Kraft-Wärme-Kopplung Strom liefern soll. Und das Heizwerk könnte bald auch noch besser ausgelastet werden. Im Nachbarort Mellnau gibt es nämlich eine Initiativgruppe, die den Heiz-Anschluss an Oberrosphe plant. (ddp)

Oberrosphe.de Dorfmuseum-Oberrosphe.de

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