Klimarettung im Kleinen

Montag, 7. Dezember 2009, 10:20 Uhr
 
  
 
 
In Kopenhagen wird beim Weltklimagipfel diskutiert – in Hessen wird schon gemacht!
 
 
Oberrosphe ist ein Ortsteil von Wetter im Landkreis Marburg-Biedenkopf. 800 Einwohner, es gibt ein Heimatmuseum, auch eine Goldmedaille im Wettberwerb "Mein Dorf soll schöner werden" – und ein eigenes Heizkraftwerk!

120 Bürger haben sich zusammengeschlossen, um ihre Wärme zukünftig aus Bioenergie zu gewinnen. Heute sind die Ölheizungen in diesen Häusern abgemeldet: die Straßen wurden aufgebuddelt, Rohre verlegt – und seit Oktober 2008 kriegt knapp die Hälfte von Oberrosphe die Heizenergie aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz statt aus Erdöl!

Das Prinzip: Durch angeliefertes Holz wird Wasser auf 80 Grad erhitzt und durch die verlegten Rohre in die Häuser gepumpt, die bei dem Projekt mitmachen. Auf einen Kilometer verliert das erhitzte Wasser nur einen Grad an Temperatur – also kommt das Wasser auch heiß genug in den letzten Winkel von Oberrosphe.

In den Kellern der Häuser steht ein Wärmetauscher. Mit dessen Hilfe wird das heiße Wasser aus dem Kraftwerk als Energiequelle eingesetzt. Es erhitzt das Brauchwasser und die Heizungen.

Um das Projekt auf die Beine zu stellen, hat jeder Haushalt zwischen 6.000 und 10.000 Euro investiert. Ein Betrag, der sich auf Dauer auszahlt, meinen die Bewohner. Die Haushalte sind also unabhängig vom Heizöl geworden – und nutzt einen nachwachsenden Rohstoff aus der Umgebung. Wenn das nix ist für die Energiebilanz! Für die Dorfgemeinschaft ist das Ganze auch ein Zugewinn, ein schöner Nebeneffekt. Was ein kleines Dorf für den Klimaschutz alles tun kann – Oberrosphe macht es vor!