Erhöhte Feuchtigkeit im Holz macht jeden Ofen zur giftigen Dreckschleuder. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)Erhöhte Feuchtigkeit im Holz macht jeden Ofen zur giftigen Dreckschleuder. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

 

Ein kuscheliges Kaminfeuer macht graue, triste Wintertage doch gleich viel erträglicher. Allerdings ist das wohlig knisternde Kaminfeuer nicht ganz ungefährlich. Erhöht es doch die Feinstaubbelastung in der Wohnung ungemein. Die feinen Partikel sind extrem gesundheitsschädlich und können Allergien, Asthma und sogar Lungenkrebs auslösen. Experten verraten, was Sie tun können, um die Feinstaubgefahr zu verringern und Ihr Feuer unbeschwert zu genießen.
 
Vor allem Öfen sind schuld, wenn eine Wohnung mit Feinstaub belastet ist. Schon das richtige Anschüren macht viel aus: Brennt das Holz am Anfang zu langsam ab, gibt es viele unverbrannte Kleinstoffe in die Luft ab. Statt den Ofen vollzupacken, sollte man besser zunächst nur eine kleine Menge Brennholz anzünden. Nachgelegt wird erst, wenn diese erste Ladung gut brennt, rät Udo Peters, Leiter des Bereichs Versorgungstechnik bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.
 
Das Holz muss auch ausreichend getrocknet sein – rund zwei Jahre abgelagert an einem trockenen Ort", erläutert Peters. Die Stiftung Warentest hat feuchtes Kaminholz untersucht und dabei festgestellt, dass schon die Erhöhung der Restfeuchte im Holz von 14 Prozent auf 25 Prozent den Staubgehalt im Abgas verdoppelt. Deswegen ist es sogar gesetzlich verboten, Holz mit einer Feuchte von über 25 Prozent zu verbrennen.
 
Feinstaub-Grenzwerte bei Öfen beachten
 
Gerade viele alte Öfen stoßen gefährliche Mengen an Feinstaub aus. Daher hat der Gesetzgeber 2010 Grenzwerte für Heizungsanlagen erlassen, die mit Festbrennstoffen wie Holzscheiten, Pellets, Hackschnitzel oder Kohle befüllt werden. Überschreitet ein Ofen die Grenzwerte, muss man ihn austauschen oder einen Staubfilter nachrüsten.
Laut dem Umweltbundesministerium liegt der Emissionsgrenzwert für Feinstaub bei 150 Milligramm pro Kubikmeter und für Kohlenmonoxid bei vier Gramm pro Kubikmeter. Ofenbesitzer müssen einen Nachweis vorlegen können, dass diese Werte eingehalten werden.
 
Alle, die keinen solchen Nachweis vorlegen können, müssen ihren Ofen je nach Baujahr früher oder später nachrüsten oder gleich austauschen. Bei Einzelraumanlagen, die vor dem 31. Dezember 1974 errichtet wurden oder mit keiner Datumsangabe versehen sind, lief die Frist bis zum 31. Dezember 2014. Für Geräte, die zwischen 1975 und 1984 gebaut wurden, bleibt Zeit bis Ende 2017. Öfen, die zwischen 1985 und 1994 errichtet wurden, darf man bis Ende 2020 betreiben. Geräte, die später gebaut wurden, die Grenzwerte aber trotzdem nicht einhalten, müssen bis Ende 2024 nachgerüstet oder ausgetauscht werden.

 

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